
Subnetting ist nicht unbedingt wichtig, um zu Hause ein Netzwerk aufzubauen. In einem Unternehmen muss ein Systemadministrator dagegen ein Netzwerk in verschiedene Subnetze aufteilen können. In diesem Artikel geht es um Subnetting Grundlagen, Vorteile von Subnetting und wie man Subnetze sinnvoll berechnet.
Bevor die Subnetting Grundlagen gelesen werden, empfehle ich vorher meine anderen Artikel “Was ist eine Subnetzmaske bzw. Subnetmask?” und “IP-Adresse Grundlagen” anzuschauen.
Allgemeines zu Subnetting
Beim Subnetting wird ein Netzwerk in mehrere kleine Netzwerke unterteilt. Subnetting ist wichtig, da die Anzahl an IP-Adressen knapp ist. Die Knappheit ist auf die nur 4 Byte große IP-Adresse zurückzuführen. Bei einem Sub-Subnetz gibt es, wie beim gewöhnlichen Subnetz, jeweils eine Netzadresse und eine Broadcast-Adresse.
Beim Subnetting werden dem eigentlichen Subnetz z.B. der Klasse B (255.255.0.0) mindestens 2 Bits vom Hostanteil für Sub-Subnetze gegeben.
Subnetz-Beispiel für 255.255.255.0:
Netz-Adresse: 192.168.1.0
Hostn: 192.168.1.n
Broadcast-Adresse: 192.168.1.255
n => 1 bis 254
Subnetting Rechenbeispiel
Bevor ich hier zu viel schreibe und niemand etwas versteht, hier ein Rechenbeispiel mit einer Aufgabe.
Aufgabe: Gegeben sind IP-Adresse 134.32.45.25 und die Subnetzmaske 255.255.255.240. Berechne nun die Netz- und Broadcastadresse. Im 2. Schritt soll bestimmt werden, wieviele Hosts es in dem Subnetz geben kann.
Zunächst schreibe ich mir IP-Adresse und Subnetzmaske in binärer Schreibweise auf:
10000110 00100000 00101101 00011001 (IP-Adresse)
11111111 11111111 11111111 11110000 (Subnetz)
1. Wieviele Hosts kann es geben?
An der Subnetzmaske erkennen wir, dass 4 Bits für den Hostanzeil reserviert sind (das sind die Nullen am Ende).
2^4 = 16
Insgesamt können also 16-2=14 Hosts pro Subnetz platziert werden.
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2. Wie lautet die Netzkennung?
Um die Netzkennung zu erhalten, schreiben wir Subnetzmaske und IP-Adresse in binärer Schreibweise untereinander.
10000110 00100000 00101101 00011001 (IP-Adresse)
11111111 11111111 11111111 11110000 (Subnetz)
Nun schauen wir, wo genau untereinander liegenden Bits 1 sind.
10000110 00100000 00101101 00010000 (Netzkennung)
Die daraus resultierende Zahlenfolge ist die Netzkennung in binärer Schreibweise. Ein Umwandlung in die dezimale Schreibweise ergibt 134.32.45.16 als Netzkennung.
3. Wie lautet die Broadcastadresse?
Um die Broadcastadresse vom Subnetz zu erhalten, schauen wir uns erneut an, wieviele Hosts pro Subnetz Platz finden (14):
134.32.45.16 (Netz)
134.32.45.17 (Host1)
134.32.45.18 (Host2)
….
134.32.45.30 (Host14)
134.32.45.31 (Broadcastadresse)
Um möglichst keine IP-Adressen zu verschwenden sollten Subnetze gewählt werden in die so wenig Hosts wie nur möglich angeschlossen werden können. Allerdings sollte man auch berücksichtigen, dass das Netzwerk und damit die Anzahl an Hosts auch wachsen kann und eine Umstellung dann nicht mehr so einfach ist. Eine Subnetzmaske für genau 2 PCs ist 255.255.255.252 (30).
Gibt es Fragen zum Subnetting? Sollte es weitere Rechenbeispiele geben?



Zunächst mal: Guter Artikel. Ist auch richtig. Das Folgende soll lediglich eine Ergänzung sein, um durch Klärung von Extremfällen das verständnis zu vertiefen:
Theoretisch müsste auch eine Hostadresse von nur einem Bit Länge möglich sein. In dem Fall wäre die Broadcast Adresse und die Host Adresse identisch, was bei nur einem Host in diesem Subnetz auch sinnvoll wäre.
Allerdings entsteht hier die Frage nach dem Sinn einer solchen Subnetzmaske, da man ja auch jederzeit Host-Routen konfigurieren kann.
Noch sinnloser, aber formal auch richtig dürfte eine Hostadresse von Null Bit Länge sein. Dieses Subnetz besteht dann nur aus einem leeren Netz ohne Host.
Grundsätzlich ist es nicht richtig, _immer_ die kleinstmögliche Länge der Hostadresse anzustreben. Bei dem kleinstmöglichen _sinnvollen_ Subnetz von 2 Bit Länge haben wir in dem Subnetz 4 Adressen, davon nur 2 Hostadressen. Der Adressenverlust durch die Netzverwaltung beträgt hier also 50%. Bei einer 8-Bit Hostadresse ist das Verhältnis schon sehr viel günstiger: Von 256 Adressen entfallen 2 auf die Netzverwaltung (Broadcast- und Netzadresse), 254 verbleiben für die Hosts. Wie haben hier also ein Verhältnis von 254:2, was eine deutlich ökonomischere Nutzung der verfügbaren Adressen bedeutet. Gründe, die Subnetze kleiner zu machen, gibt es trotzdem genügend. Letztendlich ist es ein Kompromiss aus Ökonomie, Performance und Verwaltungsaufwand.