Wer einen Tintenstrahldrucker hat, kennt das Problem: Schon wieder ist die Tinte leer und schon wieder muss man horrende Summen für neue Tintenpatronen bezahlen. Oft werden für einen Satz Originalpatronen um die 100 Euro fällig, obwohl nur ein paar Milliliter Farbe in der Patrone stecken. Rechnet man dies auf den Literpreis hoch, liegt dieser bei einer fast fünfstelligen Summe. Das ist sogar teurer als Öl und versorgt die Hersteller mit Milliardenumsätzen, wobei das eigentliche Gerät – der Drucker – oft für nur 50 Euro beinahe geschenkt ist. Warum werden aber derart hohe Preise veranschlagt?
Werden Kunden mit den Tintenpatronen ausgenommen?
Wo der Unmut über hohe Preise ist, sind auch etwaige Vorwürfe gegenüber der Hersteller nicht weit entfernt. Die Kunden ärgern sich darüber, dass sie dreistellige Summen für einen Satz gering gefüllter Druckerpatronen bezahlen müssen. Viele werfen den Herstellern sogar vor, sie würden ihre Kunden hinten rum ausnehmen. Der Verdacht scheint nicht unbegründet: Tatsächlich könnte es der Wille der Hersteller sein, mit billigen Druckern Kunden zu gewinnen und den entfallenen Umsatz dann über die häufigen Patronenverkäufe wieder reinzuholen. Bei Tonern ist das nicht so. Doch Recherchen eines amerikanischen Bloggers zufolge, stimmt das so nicht. Ihm ist es nämlich gelungen, Insider-Informationen aus dem Manager einer der Herstellerfirmen zu kitzeln.
Dort heißt es zunächst, dass man die Kunden auf keinen Fall ausnehmen wolle, sondern die Druckertinte ihren berechtigen Preis habe. Das sei zurückzuführen auf die hohen technischen und qualitativen Standards der Drucker. Die Tinte müsse zeit- und kostenintensiv immer wieder neu- und weiterentwickelt werden, um den Standards gerecht werden zu können. Kurz gesagt: die Forschung und Entwicklung verschlingt unfassbare Summen, die sich in den Preisen für einzelne Druckerpatronen bemerkbar machen.
Von welchen Standards wird gesprochen?
Als Nutzer des Druckers sieht man in seinem Gerät meist nur die reine Zweckmäßigkeit. Wie viel komplexe Technik im Drucker und wie viel Entwicklungsarbeit in der Tinte steckt, ist oftmals gar nicht von Interesse. Im Vergleich zwischen neuen und alten Druckern fällt auf, dass sich tatsächlich viel getan hat. Der alte Drucker funktionierte mit zwölf Düsen, die 10.000 Farbtropfen pro Sekunde aufs Papier brachten. Der neue Drucker hat ganze 3.900 Düsen und bringt pro Sekunde 122 Millionen Farbtropfen auf das Papier. Die Tinte muss das hinsichtlich Geschwindigkeit und Hitze mitmachen können. Außerdem muss sie nach dem Drucken sofort trocken sein, darf innerhalb der Patrone aber nicht eintrocknen. Das sind nur zwei Beispiele für Standards, die wir für selbstverständlich halten. Gerade deshalb müsse man laut Herstellern auch mit den hohen Preisen leben.
Doch darf man das einfach so glauben?
Raum für Zweifel gibt es trotz der scheinbar plausiblen Antwort weiterhin. Schließlich werden die tatsächlichen Summen für Forschung und Entwicklung nicht genannt. Es könnte auch weiterhin ein Vorwand sein, um das Geschäft genauso weiterführen zu können. Experten untersuchten auch Unterschiede zwischen der Tinte aus Originalpatronen und der aus Alternativpatronen. Heraus kam, dass die alternative Tinte qualitativ in etwa gleichwertig war, aber dennoch nur ein Drittel der Originalpatrone kostete. Für den Verbraucher heißt, dass auch mit geringeren Ausgaben dieselbe Qualität erzielt werden kann.
Logischerweise müssen auch die Hersteller der Alternativpatronen lohnenswerte Umsätze erzielen. Liegt der geringere Preis alternativer Tinte wirklich daran, dass diese Hersteller keine Forschungsarbeit betreiben müssen, weil sie einfach die Tinte der Originalpartonen analysieren und nachbilden? Oder ist das Geschäft mit Druckertinte wirklich ein riesengroßer Schwindel seitens der Hersteller, der sich nur nicht konkret aufdecken lässt? Vermutlich kann diese Frage niemand wirklich beantworten. Es bleibt also vorerst dabei, dass man die Hintergründe von überteuerter Druckertinte nur vermuten und spekulieren kann.
Bild 1: ©istock.com/gunnarAssmy
Bild 2: ©istock.com/quelqun
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